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Mär 10
2009
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Twitternde Hilfsorganisationen- Hipp, Hype oder Humbug?Posted by: Thilo Reichenbach on Mär 10, 2009 Tagged in: Untagged
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Twitternde Hilfsorganisationen:
Hipp, Hype oder Humbug?
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Lange ging der „Microblogging“-Dienst Twitter völlig an mir vorbei. Und ich fragte mich nach der Sinnhaftigkeit, sein Leben öffentlich zur Schau stellen und die Internetgemeinde über alles was man tut, ständig auf dem Laufenden zu halten. Nun habe auch ich mich gebeugt und gebe mich geschlagen: Twitter rules! Twitter macht Laune! So kommt es, dass ich seit kurzem gleich auf zwei Accounts twittere und Wichtiges und Unwichtiges in Satzfetzen von rund 140 Zeichen kund tue.
Doch wie sieht es im Allgemeinen aus? Sind die deutschen Non-Profits vom Gezwitschere ergriffen oder ist ihnen der Hype piepsegal? Welche Hilfsorganisation twittert und welche nicht?
Twitter & Fundraising
Eine der „goldene Fundraising-Regeln“ lautet: „Menschen spenden Menschen“. So engagieren sich Spender beispielsweise für Kinder, denen sie mit ihrer Spende eine Schulbildung ermöglichen können, sie spenden, damit Menschen genug zu essen haben oder medizinische Hilfe erhalten. In den allerwenigsten Fällen jedoch spenden sie einer Organisation. Laut GFK-Erhebung sind 75 % der Deutschen der Meinung, dass „zu viele (..) Spendengelder (..) für die Verwaltung in den Organisationen verloren [gehen].“ Organisationen werden als anonym und bürokratisch empfunden. Da ist es erfrischend, dass es auf Twitter anders zugeht. Hier gibt es keine wohlgeschliffenen PR-Artikel, hier zählt die Kürze. Und nicht selten posten Mitarbeiter der NPOs auch ganz Persönliches.
Wie schon im Artikel über Online-Fundraising Trends geschrieben, kann ein gewisser „Sense of Event“ User motivieren sich mit einer Fundraising-Aktion auseinanderzusetzen. 
NPOs wie Greenpeace oder Amnesty International und deren Mitarbeiter/Katastrophenhelfer, die sich in vorderster Front für eine „gerechtere Welt“ einsetzen, inspirieren User.
Verbreiten diese „modernen Helden“ die neusten Informationen aus einem Katastrophengebiet via Webblog oder Twitter, geben sie dem User so das Gefühl direkt an ihrer Arbeit und Leben beteiligt zu sein. Die geben im das Gefühl „ganz nah dran“ zu sein. Die vorher relativ anonyme Organisation bekommt ein Gesicht, die Kommunikation wird authentischer und persönlicher. Führt dies auch nicht sofort zu Spenden, so ist doch das Samenkorn zur Spende, die Involvierung und Aktivierung der avisierten Zielgruppe, gelegt.
Fundraising funktioniert: Das Twestival
Das Fundrasing via Twitter funktionieren kann, zeigte die NGO „charity: water“, deren Ziel es ist, Menschen in Entwicklungsländern mit sauberem Trinwasser zu versorgen. In einem Artikel auf Mashable
beschreibt Amanda Rose, eine der Hauptorganisatorinen des Twestival’s, Phänomen und Erfolg: Das Twestival war ein dezentral organisierte Fundraising-Event, dass am 12.Februar 2009 stattfand. Via Twitter Nachrichten (Tweets) brachte das Event in 200 Städten weltweit über 1000 Freiwillige dazu ihrerseits kleine Fundraising-Events zu veranstalten, an denen insgesamt über 10.0000 Unterstützer teilnahmen. Und die spendeten ihr Geld für charity: water. Insgesamt satte 250.000 $.....
Ohne die genaue Spendenverteilung zu kennen, kann man doch davon ausgehen, das es sich fast ausschließlich um Kleinstspenden handeln dürfte. Alleine Twitter’s Online-Spenden Dienst Tipjoy
generierte 26.000 Dollar - von 961 Twitter Usern. Der gute Pareto dürfte sich im Grabe umdrehen ; )
Und CARE's Tweet-A-Thon
Vom 2. bis 5. März veranstaltete CARE USA den "Teet-A-Thon"
und rief alle Twitterer dazu auf, ihre Postings mit dem Hash-Tag “#apowerfulnoise” zu versehen. Für jedes registrierte Tag erhielt CARE eine Spende i.H.v. 10 US$-Cent vom Unternehmen NCM Fathom, maximal jedoch 5.000 US$ für 50.000 Tweets. Auch CARE-Deutschland promoted auf seinem Microblog die Aktion der Mutter. Mehr hierzu im Blog von Kampagne 2.0
.
Welche NPOs twittern?
Zumindest einen Teil der in den deutschsprachigen Gefielden heimischen Non-Profit-Organisationen hat das Twitter-Fieber ergriffen. Dennoch: Ein Fundraising-Erfolg wie der obige dürfte wohl hierzulande noch auf sich warten lassen, wenn man sich die Anzahl der Follower der Deutschen NPOs ansieht. Um ein Zwitscher-Gewitter loszutreten, braucht es wohl noch einige Zeit.
| Hilfsorganisation | Spenden-einnahmen '06 |
Twittert | Follower |
| Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. (SOS-Kinderdörfer) |
120,2 Mio. | ja | 10 |
| SOS Kinderdorf e.V. | 110 bis 120 Mio. | ja | 3 |
| Deutsches Komitee für Unicef e.V. ((Unicef UK)) |
90,0 Mio | ja / ((ja)) | 26 / ((812)) |
| Johanniter-Unfallhilfe e.V. | 83,1 Mio. | nein | |
| World Vision Deutschland e.V. ((World Vision USA, mehrere Profile)) |
72,2 Mio. | nein | ((1275 / 1183 )) |
| Deutsche Krebshilfe e.V. | 70,1 Mio | nein | |
| Päpstliches Missionswerk der Kinder e.V. (Sternsinger) | 69,9 Mio. | nein | |
| Internationales Katholisches Missionswerk missio e.V. | 55,9 Mio. | nein | |
| Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V. | 54,7 Mio. | nein | |
| Brot für die Welt | 52,6 Mio. | nein | |
| Kindernothilfe e.V. | 52,5 Mio. | ja | 1 |
| Bischöfliche Aktion Adveniat e.V. (Adveniat) | 50,3 Mio. | nein | |
| Christoffel Blindenmission e.V. | 45, 4 Mio | nein | |
| Deutsches Rotes Kreuz e.V. | 41,5 Mio. | nein |
Weitere Hilfsorganisationen / NPOs auf Twitter
| Hilfsorganisation | Follower |
| Aktion Deutschland Hilft | 83 |
| Amnesty Deutschland Amnesty International |
23 / ((2125)) |
| Ärzte ohne Grenzen Österreich | 662 |
| Attac Österreich | 566 |
| Care Deutschland | 103 |
| Deine Stimme gegen Armut |
163 |
| dieGesellschafter | 228 |
| Diakonie Katastrophenhilfe | 28 |
| erlassjahr.de | 54 |
| Greenpeace Deutschland | 1230 |
| HELP –Hilfe zur Selbsthilfe | 2 |
| Reporter ohne Grenzen | 1151 |
| sosmitmensch | 194 |
| WWF | 139 |
Fröhliches Folgen. Ergänzungen erwünscht!
(Stand 10.03.2009)
