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Gerade für NPOs ergeben sich neue Möglichkeiten, ihre Unterstützer zu vernetzen und zu aktivieren. Die Erweiterung und Mobilisierung ihres Netzwerkes sind wesentliche Ziele von NPOs, die durch Communities im Social Web optimal unterstützt werden können. Dennoch sehen sich Unternehmen und NPOs noch großen Herausforderungen gegenüber, wenn es dazu kommt, sich im Social Web zu engagieren und expert orignal viagra online uk den richtigen Ton gegenüber der Nutzergemeinde zu finden.
 

Noch ist unklar, welche Ziele sich verfolgen lassen und mit welchen Instrumenten sie effizient erreicht werden können. „Social Media ist heute da, wo das Radio 1912 war, das Fernsehen 1950 oder das Internet 1995.“1 Bernet betont damit die Problematik, die ein junges Forschungsfeld mit sich bringt. Noch befinden sich Organisationen in der Versuchsphase und die Unkenntnis gegenüber den neuen Medien und die Schnelligkeit, mit der sich die digitale Medienlandschaft verändert, versetzt so manchen PR-Praktiker in Ratlosigkeit. Aktuell wird die Literatur für Social Media Relations von Best-Practice-Ratschlägen dominiert. Dabei sehen sich gerade NPOs dazu gezwungen, ihre Ressourcen effizient einzusetzen und strategisch vorzugehen. Eine wissenschaftliche Analyse der Möglichkeiten von Social Media kann aufzeigen, ob und wo sich das Engagement lohnt.
 

social crm

 

Meine Arbeit befasst sich mit einer kritischen Analyse der Vor-und Nachteile des Social Media-Einsatzes für die Nonprofit-PR. Die Erkenntnisse wurden in Form eines PR-Konzeptes auf World Vision Deutschland angewandt. Innerhalb des Konzeptes werden Strategie, also Definition der Ziele, Zielgruppen und Botschaften, Maßnahmen und Evaluationsmöglichkeiten formuliert. Grundsätzliche Erkenntnis der Arbeit ist, dass sich Social Media für die PR-Tätigkeit von NPOs besonders eignen, da die die Erreichung wesentlicher Ziele unterstützen.


1. Erreichen der Digital Natives

Social Media sind die Medien über die neue Zielgruppen, insbesondere die der besonders lukrativen Digital Natives erreicht werden. Indem Organisationen im Social Web Präsenz zeigen und ihre Tonalität an die Nutzer des Social Webs anpassen, können sie ein innovativeres Image pflegen und jüngere Zielgruppen erreichen.

Gut gebildete Nutzer zwischen 18 und 35 Jahren stellen zukünftige Spender dar - ihre frühzeitige Bindung ist damit eine Investition in die Zukunft. Auch wenn heute noch ein geringer Teil der Bevölkerung Social Media nutzt, die Bezugsgruppe, die im Hinblick auf die Altersstruktur das größte Entwicklungspotenzial aufweist, ist über diese Wege optimal erreichbar.
 

2. Beziehungspflege
Gerade zum Beziehungsmanagement können Social Media einen wesentlichen Beitrag leisten. Die Bezugsgruppen stellen das soziale Kapital von NPOs dar, sie sind finanzielle Absicherung und Ressourcenpool für Engagement und Know-How gleichzeitig. Deshalb liegt es im Bemühen der NPOs, bestehende Spender zu binden und zu aktivieren. Der Begriff „Social Media“ impliziert bereits, dass soziale Interaktion und Dialogkommunikation bei diesen Medien im Vordergrund stehen. Der Dialog ist für den Aufbau und die Pflege von Beziehungen absolut notwendig. Die Möglichkeit, sich direkt mit der Organisation in Verbindung zu setzen, erhöht die Transparenz und damit auch die Bereitschaft zu spenden. Social Media können eine unaufdringliche und persönliche Kommunikation ermöglichen, durch die Glaubwürdigkeit und Vertrauen generiert werden. Dies sind die Basis der Spenderbindung und einer langfristigen Partnerschaft.

3. Vernetzung und Aktivierung

Insbesondere bei Spendenformen mit hoher Emotionalisierung und Einbezug des Spenders, wie gerade bei Patenschaften, besteht ein großes Bedürfnis nach Austausch und Vernetzung. Dazu können Social Media einen wesentlichen Beitrag leisten. Sie helfen dabei, Netzwerke zwischen verschiedenen Akteuren unabhängig von örtlicher Begrenzung und Zeitverschiebung zu knüpfen. Es werden Kontakte erschlossen, die aufgrund der Distanz und des enormen Zeitaufwands auf normalen Wegen nicht möglich gewesen wären. Dadurch werden nicht nur mehr Menschen erreicht, sie werden auch dazu aktiviert, sich für die Organisation und ihre Interessen einzusetzen. 

Network of testimonials: flickr's social network

Social Media-Experte Volker Gaßner sieht in der Aktivierung der Social Media-Gemeinde die Möglichkeit, mehr Menschen für Aktionen und Kampagnen zu gewinnen. Über die Vernetzung der NPO mit ihren Unterstützern kann das soziale Kapital umso besser genutzt werden. Spender haben häufig das Bedürfnis, nicht nur Geld zu geben, sondern auch sich einzubringen und Teil einer Community zu sein. Social Media bieten Sympathisanten die Möglichkeit, auch ohne Geld- und Zeitaufwand zu partizipieren, sei es auch nur, indem sie „Fan“ der Facebook-Seite werden oder einen Link weiterleiten. Die Schwelle, vom Interessenten zum Teil der Community zu werden, wird kleiner, die Interaktionsmöglichkeiten größer. Durch die Bündelung und Vernetzung von Mitgliedern, Spendern, Partnern und Sympathisanten kann eine NPO ihren Einfluss erweitern. Indem sich die Spender gegenseitig unterstützen, z. B. indem sie sich gegenseitig Fragen beantworten, wird nicht zuletzt der Kundenservice der NPO entlastet und gleichzeitig das Zusammengehörigkeitsgefühl der Spendergemeinde gefördert.

4. Reichweite erhöhen

Die Vernetzung der Spender und Sympathisanten untereinander, aber auch mit anderen Netzwerken führt zu viralen Effekten und damit zu einer Erhöhung der Reichweite. Einen großen Beitrag zur viralen Verbreitung können der „I Like“-Button oder auch Retweets leisten. Die Weiterleitungs- und Verlinkungsmöglichkeiten der Social Media sind unerschöpflich und gleichzeitig einfach zu handhaben. Darüber hinaus trägt die Vernetzung verschiedener Medien im Social Web wesentlich zu Suchmaschinenoptimierung bei.
 

Reach Out

Netzwerkeffekte können mit minimalem Ressourcenaufwand erreicht werden. Briefe, die in den meisten Fällen im Mülleimer landen, werden ersetzt durch das schnelle Posten von Links. Das Ausdrucken, Adressieren und Versenden übernimmt im Social Web die Community. Und was vorher als vermeintlicher Spam oder Werbung im Papierkorb gelandet ist, wird nun von den Empfängern als wertvoller Tipp aus ihrem persönlichen Netzwerk erachtet.

Durch das Weiterleiten des Contents einer NPO betreiben ihre Sympathisanten aktives Empfehlungsmarketing und leisten somit einen Beitrag zur NPO-Arbeit jenseits von Spenden und ehrenamtlichem Engagement. Sieht ein Facebook-Nutzer auf seiner Startseite nun, dass einer seiner Freunde Fan einer bestimmten Organisation ist, oder bemerkt ein Twitternutzer, dass viele seiner Kontakte dieser Organisation folgen, wirkt dies wie eine Empfehlung aus dem Freundeskreis. Den Empfehlungen aus dem direkten Umfeld wird eher vertraut und sie werden gerne angenommen, reduzieren sie doch das eigene Entscheidungsrisiko. Social Media erweitern den persönlichen Bekannten- und Freundeskreis um die digitale Öffentlichkeit, in der sich Konsumenten über Produkte und Unternehmen austauschen und gegenseitig Tipps geben.

5. Agenda Setting

Überall im Social Web wird über die Organisation und ihre Themen gesprochen und dies häufig, ohne dass sie es überhaupt bemerkt. So wird ein Bild von ihr außerhalb ihrer Einflussnahme geschaffen. Genauso verhält es sich mit Themen und Ideologien, für die die Organisation in der Öffentlichkeit steht. Agenda-Setting ist eine der Hauptfunktionen von NPOs, die mit Hilfe von Social Media unterstützt werden kann. “From animal rights and http://www.decaedere.com/genuine-viagra-online childhood obesity, to climate change and global development - there are web communities, forums and virtual gathering places where lively discussions play out on a daily basis. It's not about drawing people to viagra propranodol your web site anymore; it's about getting your content out there in the web wherever people are or wherever the conversation happens."2, fassen Brotherton und Schneider zusammen.

Die NPO möchte ihre Themen in der öffentlichen Diskussion einbringen, informieren und aktivieren. Dies funktioniert dort am besten, wo sich Interessenten bereits versammeln und über diese Themen sprechen. Indem sich die Organisation in die Diskussion einmischt, Beiträge beisteuert und mit professionell aufbereiteten Informationen überzeugt, kann sie nicht nur die Meinungsbildung beeinflussen, sondern sich gleichzeitig als Experte auf einem bestimmten Gebiet positionieren und dadurch ihr Image prägen. Dazu trägt auch die Schnelligkeit des Social Webs bei.

Über kein anderes Medium kann eine Organisation quasi in Echtzeit Informationen an ein Massenpublikum verbreiten. Verwendet die Organisation Social Media, um in akuten Fällen Stellung zu nehmen, hat sie die Chance, als erster Ansprechpartner der Medien genutzt und als Meinungsführer erkannt zu werden. Sind die Vorteile des Social Media-Einsatzes bekannt, gilt es aus der Vielzahl der möglichen Social Media-Instrumente möglichst effiziente und effektive Maßnahmen zu wählen. Dazu sollten die Nutzerzahlen einzelner Social Media-Angebote herangezogen werden um deren Potenzial abschätzen zu können:

facebook studivz schülervz nutzerzahlen
flickr, xing, youtube nutzerzahlen
Tabelle 1: Nutzerzahlen deutscher Social Media.3


Blogs

Während die Zahl an Blogs laut Technorati stündlich zunimmt, ergab die ARD/ZDF-Onlinestudie, dass die Nutzung zumindest in Deutschland abnimmt. Ihr zufolge lesen nur sieben Prozent aller Deutschen Blogs und die meisten davon tun dies auch nur selten. Damit ist die Blognutzung relativ schwach und liegt abgeschlagen hinter der Nutzung anderer populärer Dienste wie Wikipedia, YouTube oder Online-Netzwerken. Auch wenn durch Blogs weitaus weniger Rezipienten erreicht werden als durch klassische Medien, ist ihre Relevanz nicht zu unterschätzen. Leser eines Blogs interessieren sich gezielt für dessen Themen und sind dadurch bereits aktiviert. Die Leserschaft eines Blogs gehört meist zu einem Expertenkreis und kann als Multiplikator fungieren.

Gerade für das Agenda-Setting haben Blogs eine hohe Bedeutung, weshalb sie in der PR als Verstärkungsinstrument eingesetzt werden. Somit kann die Meinung eines in der Branche angesehenen Blogs wertvoller sein als die Präsenz in klassischen Massenmedien. Blogs können in der PR in dreifacher Hinsicht genutzt werden. Auf der einen Seite werden die Inhalte wichtiger Blogs im Rahmen des Issues-Managements analysiert. Auf der anderen Seite kann das Unternehmen auch selbst aktiv werden, indem es sich auf anderen Blogs zu Wort meldet und Blogger Relations betreibt. Die dritte Option besteht darin, einen eigenen Corporate Blog zu pflegen. Darüber werden Austausch und Diskussion zwischen den Lesern und dem Unternehmen gefördert.

Blogs kommen dem Bedürfnis der User nach Unterhaltung nach. Hier findet insbesondere das Storytelling Anwendung. Kurzgeschichten stellen ein häufig verwendetes Format in Blogs dar, das dem Konsumentenwunsch nach kurzweiliger Unterhaltung entgegenkommt und gleichzeitig der Organisation dazu verhilft, ein lebendiges Image zu pflegen. Die größte Schwierigkeit des Bloggens besteht darin, Content zu kreieren, der es schafft, den Nutzer zum regelmäßigen Lesen zu bringen. Ein Themenplan kann verhindern, dass der Blog zum reinen Marketingtool verkommt und letztendlich nicht gelesen wird. Ist ein Unternehmen nicht mit einem eigenen Blog aktiv, kann es dennoch Blogger Relations betreiben und dadurch Einfluss auf andere Blogger nehmen. Blogger sind genauso wie Journalisten Multiplikatoren. Sie recherchieren, selektieren und wirken meinungsbildend auf eine breite Masse. Damit stellen sie in der PR eine neue Bezugsgruppe dar. Möchten PR-Praktiker auf die Inhalte eines Blogs Einfluss nehmen, müssen sie den Blogger für sich gewinnen. Dabei gelten in der Ansprache andere Regeln als im Kontakt zu Journalisten.

Soziale Netzwerke

Laut ARD/ZDF-Onlinestudie nutzen 39 Prozent aller Befragten Online-Communities, davon die meisten auch täglich. Social Networks liegen damit im Trend: Die Nutzung ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Besonderes Potenzial wurde durch alle befragten Experten bei Facebook identifiziert. Communities wie StudiVZ und MySpace wiederum verlieren an Nutzern. Dennoch sollte vor allem StudiVZ aufgrund seiner jungen und überdurchschnittlich gut gebildeten Usergemeinde nicht vernachlässigt werden. Das Pflegen von zwei Profilen ist nur dann ratsam, wenn sich die Fans nur auf einer der beiden Social Networks bewegen. Ein Vorteil der VZ-Netzwerke gegenüber Facebook ist zudem, dass sie deutschem Recht unterliegen und dadurch dem Nutzer mehr Sicherheit in Bezug auf Urheberrecht und Persönlichkeitsschutz bieten.

Social Media Prism - Germany V2.0


Twitter
Laut ARD/ZDF-Onlinestudie wird Twitter nur von drei Prozent der Befragten eingesetzt, davon nutzen es zwei Drittel lediglich passiv. Laut Schlenker sind die User des Internetdienstes durchschnittlich 32 Jahre alt, überwiegend männlich und formal gut gebildet. Des Weiteren konnte er feststellen, dass 50 Prozent der Befragten aus der Werbe- und Marketingbranche stammen. Auf die Frage nach der Nutzungsmotivation gibt die Hälfte der Befragten an, Twitter nur erkunden zu wollen. 13 Prozent sind dort beruflich aktiv, indem sie für ein Unternehmen twittern. Dies deutet darauf hin, dass Twitter ein branchenspezifisches Nischenmedium ist und der durchschnittliche Onlineuser darüber nicht erreicht wird. Auf der anderen Seite sind Twitteruser auch sonst sehr aktiv im Social Web. So gaben 50 Prozent an, selbst zu bloggen.

Auch wenn die Nutzerzahlen gering sind: Wer Twitter nutzt, ist scheinbar offen für technologische Neuheiten und den Dialog im Social Web und damit Multiplikator für Online-Content. Auch wenn die letztendliche Zielgruppe auf Twitter nicht aktiv ist, wird sie auf Umwegen mit denjenigen in Kontakt stehen, die auf Twitter nach neuen Trends suchen und diese auf ihrem Facebook-Profil oder Blog verbreiten. Dies macht Twitternutzern für die Kommunikation besonders wertvoll.

Gerade der Pioniergeist der Twittergemeinde führt dazu, dass viele Themen zuerst hier diskutiert werden, bevor sie weiterverlinkt und –geleitet werden. Twitter ist damit ein Ort des Agenda-Settings und der Meinungsbildung. Deshalb sollten PR-Praktiker hier ansetzen Monitoring zu Trends aus dem direkten Umfeld zu betreiben und sich gegebenenfalls einschalten, wenn es etwas beizusteuern gibt oder die Möglichkeit besteht, die Diskussion in eine bestimmte Richtung zu lenken. Kontaktpflege zu Experten, Bloggern und Journalisten ist, sobald man sich gegenseitig folgt, weitaus unkomplizierter und unverbindlicher als über herkömmliche Medien. PR-Vertreter twittern daher häufig persönlich anstatt im Namen ihres Unternehmens, um darüber mit Journalisten in Kontakt treten zu können und authentischer auf die Zielgruppe zu wirken. Richtig eingesetzt, bietet Twitter für die PR enormes Potenzial; aufgrund der geringen Nutzung sollten sich jedoch gerade NPOs die Frage stellen, ob der zeitliche und personelle Aufwand auf Twitter einen Beitrag zur Erreichung der Ziele leisten kann.

Social Bookmarking

Trotz der Vorteile, die Social Bookmarking-Dienste für die Internetrecherche bieten, werden sie laut ARD/ZDF-Onlinestudie nur von zwei Prozent der Befragten genutzt. Im deutschen Raum hat Mr. Wong mit 560.000 deutschen Besuchern pro Monat die größte Nutzerschaft, verliert jedoch an Zugriffszahlen. Das Angebot delicious.com steht dem deutschen Anbieter mit 470.000 Besuchern zwar noch nach, verzeichnet aber kaum Nutzerschwund und ist international weitaus stärker vertreten. Beide Angebote werden häufiger genutzt als digg.com und sein deutsches Pendant yigg.de. Systeme, die auf der Empfehlung unvoreingenommener User beruhen, haben eine hohe Glaubwürdigkeit, was sich die PR zunutze machen kann. Daher bieten Social Bookmarking-Dienste spannende Möglichkeiten für die Unternehmenskommunikation. So können eigene Blogbeiträge oder Pressemitteilungen auf den Plattformen gespeichert werden, was wiederum ihr Suchmaschinenranking verbessert.

Durch eine Sammlung von nützlichen und professionell erstellten Beiträgen, die den Nutzern zur Verfügung gestellt wird, kann sich das Unternehmen als Experte auf einem bestimmten Themengebiet positionieren. Indem die Mitarbeiter eines Unternehmens auf einem gemeinsamen Account spannende Inhalte sammeln, wird nicht nur intern Wissen ausgetauscht, sondern kann das Unternehmen seine gesammelten Informationen auch als Dienstleistungen Interessenten, insbesondere Journalisten, anbieten. Der Einsatz von Social Bookmarking in der PR wird von Social Media-Experten kontrovers diskutiert. Auch hier zeigen sich einerseits große Potenziale für die PR, andererseits werden die Dienste nur von einer Minderheit genutzt. Eine Alternative stellt SlideShare dar. Über dieses Social Medium können User eigene Dokumente hochladen und veröffentlichen. Diese Möglichkeit können Organisationen für sich einsetzen, um sich als Wissensträger zu profilieren. Damit wird nicht nur eine professionelle Reputation gefördert, sondern auch die digitale Auffindbarkeit erhöht.

YouTube
Unterhaltung hat bei YouTube Priorität. Die kurzen Videos sind bei den Usern offensichtlich beliebt, denn der Dienst ist nach Wikipedia das am häufigsten besuchteste Social Medium. Dieses Potenzial haben auch viele Unternehmen für sich entdeckt, denn Videosequenzen vermitteln das Image einer Organisation auf unterhaltsame und emotionale Weise, gleichzeitig präsentiert sich die Organisation als innovativ und medienoffen. Ziel der PR- und Marketingabteilung ist es, den Geschmack der Community zu treffen, um darüber virale Effekte zu erzielen. Dazu können Unternehmen einen eigenen YouTube-Kanal einrichten und dort ihre Videos veröffentlichen. Abgesehen von der Produktion des Videos ist der Aufwand für die Verbreitung einer Botschaft relativ gering. Auf der anderen Seite muss berücksichtigt werden, dass die Anzahl der Videos auf YouTube rasant steigt, wodurch es immer schwieriger wird, Aufmerksamkeit zu erregen. Genauso gilt es zu berücksichtigen, dass YouTube ein Unterhaltungsmedium ist, das vorrangig von einer jüngeren Zielgruppe genutzt wird. NPOs müssen sich daher überlegen, ob sie hierüber ihre Zielgruppe erreichen und ihre Botschaften mit der nötigen Ernsthaftigkeit vermitteln können.

Social Media Press Relations
Social Media stellen einen weiteren Weg dar, um mit Journalisten in Kontakt zu treten, ihnen Informationen zukommen zu lassen und Beziehungen zu pflegen. Gerade über Medien wie Twitter kann schnell und unkompliziert kommuniziert werden. Indem der Beitrag eines bekannten Journalisten weitergeleitet, verlinkt und kommentiert wird, zeigt man ihm und seiner Arbeit gegenüber Aufmerksamkeit und Wertschätzung, ohne ihn explizit ansprechen zu müssen. Genauso können Social Media dazu eingesetzt werden, das eigene Netzwerk auf anstehende Pressetermine hinzuweisen. Press Relations über diesen Weg machen jedoch nur dann Sinn, wenn die Journalisten auch online-affin und über Social Media erreichbar sind. Genauso sollte die Kontaktpflege über Social Media natürlicher Bestandteil der Kommunikationsgewohnheiten des PR-Praktikers sein. Laut „Medien Trendmonitor 2010“ sind YouTube, Xing und Facebook die meistgenutztesten Social Media, die von über einem Drittel der Journalisten für die Recherche eingesetzt werden.4

Mit 29 Prozent findet auch Twitter eine relativ hohe Nutzung. Obwohl Social Bookmarking und Fotocommunities optimal für die Recherche eingesetzt werden können, werden sie dennoch nur von einer Minderheit der Medienvertreter genutzt und sind damit relativ irrelevant für Press Relations. Laut einer Umfrage durch Schwarz-PR bevorzugen Journalisten noch klassische Kommunikationswege.5

Der Umfrage zufolge werden Pressemitteilungen aktuell immer noch per Post versendet, der Empfang über RSS-Feeds wird nur von einem Fünftel der Pressevertreter genutzt. Auch wenn Social Media im Rechercheverhalten der Pressevertreter noch wenig Berücksichtigung finden, müssen sich Journalisten früher oder später an die veränderte Medienlandschaft und Nutzungsgewohnheiten anpassen.  Ein Social Media Release bringt im Gegensatz zu dem Social Media Newsroom weniger Nutzen. Kosten und Aufwand stehen nicht in ausgewogenem Verhältnis, da der Social Media Newsroom zwar den klassischen Pressebereich ersetzen kann, das Social Media News Release jedoch nicht die Pressemitteilung.



Facebook button count is wrong, use RealShare

Social Media Monitoring

Durch die Echtzeitkommunikation ist das Monitoring der Social Media besonders relevant, da sich hier Trends sehr aktuell abzeichnen. Die Masse an potenziellen Social Media-Angeboten erschwert es, einen Überblick über alle Medien gleichzeitig zu behalten. Viele Unternehmen greifen daher auf professionelle Monitoring-Anbieter zurück. Für das Monitoring finden sich mittlerweile zahlreiche Dienstleistungen von kostenlosen Onlinetools bis hin zu professioneller Software und personengestützten Analysen. Viele bieten neben den reinen Monitoring-Tools auch gleichzeitig umfassende Analysen und Beratung. Welche dieser Lösungen eingesetzt wird, ist nicht zuletzt vom Budget der Organisation abhängig.

Unter den befragten PR-Praktikern werden vor allem kostenlose Software-Anwendungen genutzt. Meist wird das Monitoring nur semi-professionell ohne detaillierte Analysen durchgeführt und lediglich dazu genutzt, einen generellen Überblick über die relevanten Medien zu erhalten. Social Media-Experte Jodeleit rät NPOs ihre Mittel effizient zu nutzen und zu kostenlosen oder günstigen Monitoring-Anbietern und –tools zu greifen. Kostenlos sind vor allem die Tools, die sich auf ein Social Medium beschränken. NPOs können diese Angebote kombinieren, müssen dafür jedoch einen erhöhten Eigenaufwand in Kauf nehmen.

Beim Themenmonitoring können Anwendungen unterstützend wirken, die die Suchabfrage nach einem bestimmten Begriff im Zeitverlauf aufzeigen, wodurch sich ableiten lässt, in welche Richtung sich Trendthemen bewegen und was das Interesse der Öffentlichkeit weckt. Neuere Entwicklungen sind Webtools, die subjektive Äußerungen im Social Web analysieren. Sie geben an, wie häufig eine Organisation mit bestimmten Schlagworten wie „cool“ oder „gut“ in Verbindung gebracht wurde. Welche Social Media in welcher Form eingesetzt werden ist letztendlich von den Zielen und Zielgruppen der NPOs abhängig. Denn der Einsatz von Social Media stellt keinen Selbstzweck dar.

Um dem Hype der Social Media-Evangelisten zu entkommen, sollten PR-Experten den Einsatz kritisch hinterfragen und gegebenenfalls auch den Mut aufbringen und auf eine Präsenz in so manchen Social Media schlichtweg verzichten.

 

Download der um Word Vision spezifische Inhalte gekürzten Arbeit

 

 

1 Bernet, Marcel (2010): Social Media in der Medienarbeit: Online-PR im Zeitalter von Google, Facebook und Co. Wiesbaden: VS, Verlag für Sozialwissenschaften. S.11.

2 Brotherton, David; Schneiderer, Cynthia (2008). Come On In. The Water‘s Fine. An Exploration of Web 2.0 Technology and Its Emerging Impact on Foundation Communications. Brotherton Strategies. S. 18.

3 Double Click Google Ad Planner. http://www.firsturl.de/0vv62u9. Werte beruhen auf Schätzwerten.

4 O.V. (2010): Medien-Trendmonitor 2010. Journalismus in einem neuen Informationszeitalter. Hamburg: News aktuell GmbH, Faktenkontor GmbH. S. 22.

5 O.V. (2009): Social Media News Releases – was wollen Journalisten und Blogger. In: http://www.firsturl.de/eY0f3G7.

 

 

 

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