(e)Fundraising-Literatur

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Bewusst zieht Jackisch, als er die motivationale Grundlage der Spende erörtert, eine Parallele von der privaten Spende zum Sponsoring von Unternehmen, bei dem ein Unternehmen ein soziales Projekt öffentlich wahrnehmbar unterstützt, um eine positiven Imagetransfer zu erwirken, der sich monetarisieren lässt. Das Zitat: "Man gibt zwar für den guten Zweck, verfolgt damit aber nicht primär den Bau eines Brunnens in einer Trockenzone, sondern vor allem den merkantil nutzbaren Imagegewinn", unterstellt auch dem privaten Spender, dass er primär aus Eigennutz handele und beraubt ihn so seiner eigentlichen Intention.

Jackisch moniert, dass es Online-Spendern, die sich auf betterplacebetterplace oder wikandowikando mit Namen nennen lassen, vor allem darum gehe, ihr  philantropisches Wirken zur Schau zu stellen. Dies ist m. E. aber nichts weiter als ein Nebeneffekt, mitnichten der Hauptantrieb und das Ziel. Menschen, die unter ihrem Namen ein Fundraisingprojekt starten, werden zu Botschaftern dieses Projekts und sprechen ihr persönliches Umfeld an, mit dem Ziel ein bestimmtes Projekt mit den benötigten finanziellen Mittel zu versorgen, um dessen Realisierung zu ermöglichen.
Darauf, dass betterplace, wikando, helpedia & Co. in erster Linie Initiativen von Menschen sind, die versuchen dem Engagement des Einzelnen eine Plattform zu bieten, um die Welt gemeinsam zu einem "besseren Platz" zu machen und das sich auf solchen Plattformen wohl eher Menschen aufhalten, denen es sicher nicht in erster Linie um einen positiven Imagegewinn geht, sondern darum, anderen Menschen zu helfen, scheint der Autor nicht zu kommen.

Im letzten Absatz zieht Jackisch dann die absurde Schlussfolgerung: "vielen Spendern (ist, A.d.V.) ohnehin eine andere Botschaft wichtiger, nämlich die der wiedergewonnenen wirtschaftlichen Stabilität. Philantropisches Engagement ist so zu einer Statuswährung geworden - gerade in Krisenzeiten."
Ich weiß nicht, wie es meinen Lesern geht, aber persönlich habe ich noch nie gespendet, um meine "wiedergewonnene wirtschaftlichen Stabilität" zu demonstrieren...
 

zum Artikel "Online Spende" (Spiegel.de)zum Artikel